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    Gildengründung leicht gemacht
    Dieser Exkurs richtet sich an all jene die darüber nachdenken ihre eigene Gilde zu gründen, dabei aber bisher nur wenige, oder gar keine Erfahrung sammeln konnten, oder an solche die wissen, dass man immer etwas dazu lernen kann. Dabei stellt diese Einführung bei weitem kein Patentrezept dar, oder gar die ultimative Lösung für die Gründung und Leitung einer Gilde. Solche Dinge kann man in aller Regel nur schwer pauschalisieren und somit soll euch dieser Text nur dabei helfen Grundlagen zu bilden, um euch so zu ermöglichen euren ganz eigenen Weg zu gehen.

    Inhalte werden unter anderem sein die Konzeption einer Gilde, die Voraussetzungen und auch die Gefahren vor, während und nach der Gründung. Wir werden euch Stück für Stück aufzeigen was es heißt eine Gilde zu leiten und auch was es eigentlich ausmacht eine Gilde sein Eigen zu nennen. Gilden bringen nämlich entgegen der landläufigen Meinung nicht nur Rechte mit sich, sondern im Idealfall auch diverse Pflichten und Aufgaben.

    Doch eines nach dem anderen. Folgende Kapitel erwarten euch im Anschluss:
    • Spieltyp und Ausrichtung
    • Konzept und Vorarbeit
    • Homepage und Forum
    • Präsentation der Gilde
    • Erste Mitglieder
    • Gildenorganisation
    • Abschluss
    Spieltyp und Ausrichtung
    Bevor ihr überhaupt damit anfangt euch um Konzepte, Forum und Homepage zu kümmern, solltet ihr mit den grundlegenden Dingen anfangen. Was wollt ihr überhaupt für eine Gilde sein, was wollt ihr erreichen, und vor allem wie wollt ihr dahin kommen? Wie sieht euer Plan für den Anfang und die Zukunft aus, und wo liegen eure Ziele?

    Gilden teilen sich heute meist in drei wesentliche Bereiche:

    Die Normalos
    Da wären zum einen die Normalos, solche die vor allem Spaß wollen und jedweden Inhalt im Spiel verfolgen, aber eben ohne dabei auch immer gleich erhöhte Ansprüche zu haben. Diese Gruppe kann als gemäßigt angesehen werden, und stellt im Grunde den Mittelweg zwischen den anderen Bereichen dar, die Allrounder eben.

    Spielart - Fun

    Die Strebsamen
    Die Strebsamen suchen den Erfolg im Spiel, sei es nun beim Raiden in Instanzen, oder auf dem Schlachtfeld während des Kampfes - Player versus Player. Ihr Ziel ist der Sieg und das wenn möglich vor allen anderen. Unter Ihnen befinden sich solche die gern mehr Zeit und Arbeit in die Verwirklichung ihrer Ziele investieren als es Andere bereit sind zu tun.

    Spielart - PvP/Raid

    Die Sonderbaren
    Die Sonderbaren, das sind jene die die Welt nach ihren eigenen Vorstellungen bilden, solche die in Rollen schlüpfen und deren Konzepte eher danach suchen eine Geschichte im Spiel zu erleben und auch die eigene zu verwirklichen.

    Spielart – Rollenspiel

    Diese Bereiche sind natürlich nur ganz grob gestrickt, und oftmals überschneiden sich Ziele und Ansichten auch und wie so oft ist die Welt eben nicht nur schwarz und weiß. Jedoch sind das in den meisten Fällen auch die Servertypen die euch begegnen werden, eben PvE, PvP und RP.

    Ihr solltet euch überlegen zu welcher Spielart ihr gehört, und vor allem wozu eure Gilde gehören soll, denn danach richtet sich auch wie sich eure Gilde aufbaut, und in Folge dessen das gesamte Konzept.

    Konzept und Vorarbeit
    Nachdem ihr euch nun für eine Spielart entschieden habt, und damit die grundlegende Ausrichtung eurer Gilde bestimmt habt, müsst ihr euch gut überlegen was ihr für eure Gilde braucht, und auch was ihr überhaupt haben wollt.

    Dabei können wesentliche Bereiche sein:
    • Struktur (Ränge, Organisation, Aufteilung, usw.)
    • Klassen und Rassen (Welche, wie viele, usw.)
    • Hintergrund (Geschichte, Grundlage, usw.)
    • Ziele (Grobe und feine Gildenziele, usw.)
    • Regeln (Vorgaben, Voraussetzungen, usw.)
    Diese Bereiche schwanken stark in Größe und Ausrichtung je nachdem welchen Gildentypus ihr verfolgt, und auch abhängig von euren Zielen. Damit sind wir auch bei einem weiteren wichtigen Punkt, einer der wiederum vor allen anderen steht: Eure Ziele! Es bringt nichts sich über Regeln, oder eure Struktur Gedanken zu machen, wenn ihr nicht wisst wohin ihr eure Gilde lenken wollt.

    Daher muss eure nächste Überlegung die danach sein was ihr überhaupt wollt. Auch hier kommt es wieder ganz stark darauf an was für eine Gilde ihr gründen wollt. Außerdem sollte man zwischen feinen und groben Zielen unterscheiden. Wir wollen erfolgreich sein – Das ist ein allgemeines, oder grobes Ziel, ohne tatsächliche Orientierung, ebenso – Wir wollen Rollenspiel betreiben. Das alles sind zwar Ziele, aber sie sagen wenig über das Wie aus.

    Das Wie hingegen können wir mit feineren Zielen definieren. Wir wollen mit Hilfe von XYZ zu diesem Zeitpunkt eine eigene Stadt gründen, wozu wir dieses und jenes im Vorfeld starten – Das ist ein klar definiertes, feines Ziel, wobei man sich nicht immer und unbedingt auch durch zeitliche Vorgaben einschränken muss. Zweimal in der Woche gehen wir in die Instanz YXZ um zu üben, dazu brauchen wir dieses und jenes, und in Folge dessen wollen wir... - Ein klares Ziel mit direkten Vorgaben und auch einem Erfolgsfall.

    Überlegt euch welche Ziele ihr erreichen wollt und was es dazu braucht. Wohin soll euch der Weg führen? Desto überlegter ihr hier vorgeht, umso weniger müsst ihr später nachbessern und nachsteuern, was im laufenden Gildenbetrieb immer negative Folgen haben kann, und auch viel Unruhe verursachen kann. Wie viele Ziele ihr dabei definiert, und wie sehr ihr dabei ins Detail geht, das ist euch überlassen. Grenzen gibt es keine, jedoch solltet ihr bedenken das Ziele dazu sind um sie auch zu verfolgen, und zu viele Ziele können einen Schlingerkurs zur Folge.
    Nachdem ihr euch nun Gedanke über eure Ziele gemacht habt ist der Rest nur noch Formalität. Wie muss eure Rangstruktur aussehen damit ihr eure Ziele umsetzen könnt, wie müssen die Regeln dazu aussehen, und welche Struktur brauche ich? Rollenspielgilden brauchen z.B. eine Rangstruktur vor allem für eben dieses Rollenspiel, währen PvP-Gilden darauf setzen um ihre Leute zu organisieren.

    Nehmt euch für die Ausarbeitung Zeit und achtet darauf das Ziele und alles was damit zusammen hängt auch realistisch sind. Ihr habt nichts davon wenn ihr später alles wieder umwerfen müsst. Ihr werdet in keiner Phase mehr so viel Zeit und Raum für all diese Dinge haben wie vor Start eurer Gilde.

    Ein ganz wichtiger Punkt bei der konzeptionellen Ausarbeitung ist vor allem auch das ihr damit Berührungspunkte schafft. Eine Gilde die nur da ist, die wird es schwer haben Mitglieder zu finden, denn wie sollen diese wissen was sie bei euch erwartet, und vor allem auch ob sie zu euch passen? Geht ihr aber bei der Konzeption überlegt vor, zieht ihr so zumindest schon mal das Interesse und die Neugier bestimmter Gruppen auf euch. Gerade am Anfang werdet ihr über jedes Mitglied froh sein, und wie bei vielem im Leben zählt auch hier der erste Eindruck.

    In weiterer Abfolge, bzw. auch gern als Abschluss eurer Überlegungen, sollte natürlich auch die Überlegung nach einem geeigneten Namen stehen, und in Verlängerung dessen auch das Festlegen von Gildenfarben und Symbolen. Letzteres ist natürlich auch eine Sache die man gut und gern später mit der ganzen Gilde machen kann. Der Name hingegen sollte mit Start eurer Gilde feststehen, wobei es manchmal leichter ist diesen zu finden wenn man überhaupt weiß wo man hin will, und was die Gilde am Ende überhaupt ausmacht.

    Homepage und Forum
    Die wichtigste Frage vorweg: Braucht eine Gilde überhaupt eine Homepage und ein Forum? Wahrscheinlich hat da jeder seine eigene Antwort und Philosophie zu, ich sage aber zumindest zu letzterem ja, und auch ersteres würde ich empfehlen.

    Warum das? Gehen wir zunächst auf das Wichtige ein - das Forum. Das Forum wird gerade vor Release des Spiels eure wichtigste Kommunikationsplattform sein. In aller erster Linie hilft es der Gilde und ihren Mitgliedern zusammenzuwachsen. Hier können sich Mitglieder austauschen und sei es nur um den letzten Tratsch breit zu treten, aber genau solche Dinge machen aus einem Haufen interessierter Leute eine Einheit.

    Weiterhin dient euch das Forum natürlich der Organisation und Absprache. Ihr werdet nirgendwo so viele Leute eurer Gilde erreichen können wie im Forum. Im Spiel werden nie alle anwesend sein, im IRC und TS schon gar nicht, somit bleibt euch nur diese Basis. Natürlich wird es auch immer Mitglieder geben die auch hier nicht reinschauen, aber da seid dann ihr gefragt entsprechend dafür zu sorgen.

    Das Forum ist natürlich auch immer direkte Anlaufstelle für interessierte, neue Mitglieder. Hier kann man erste Kontakte knüpfen, und in aller Regel auch Bewerbungen abgeben und bearbeiten. Neben dem Spiel können hier interessierte Leute natürlich auch einen ersten Eindruck von euch gewinnen, und umgekehrt genauso ihr von ihnen. Das Forum kann ferner auch Anlaufstelle für andere Gilden sein, wobei Bündnisse und Freundschaften in fast jedem MMO eine übergeordnete Rolle spielen.

    Daher empfehle ich, dass sich jede Gilde für eine solide Organisation der Gilde ein Forum zulegen sollte, und sei es nun bei einem der vielen freien Anbieter.

    Etwas schwammiger wird es da bei der Homepage. Der übergeordnete Sinn einer solchen ist unter anderem die Vermittlung von Informationen. Kommunikation findet wie schon gesagt zumeist auf anderen Wegen statt. Nun müsst ihr für euch entscheiden ob ihr eure Informationen, z.B. die Geschichte, die Regeln, Ränge, usw., auf einer Homepage darstellen wollt, oder ob ihr das nicht unbedingt benötigt. Natürlich können diese auch z.B. im Forum hinterlegt werden. Trotzdem sind sie auf einer Homepage immer übersichtlicher, und auch direkter zugänglich.

    Problem bei einer Homepage ist, dass sie zumindest in den meisten Fällen mit mehr Aufwand verbunden ist, und hier und da auch mit finanziellen Entbehrungen. Wer es selber macht braucht zumindest ein grundlegendes Verständnis der Materie, etwas das nicht jeder hat. Daher muss man für sich entscheiden, ob man z.B. Hilfe in Anspruch nimmt, oder eben darauf verzichten kann.

    Das Resümee dieses Abschnitts ist also. dass ein Forum definitiv zu empfehlen ist, und zudem auch von vielen potentiellen Mitgliedern erwartet wird, da es einfach zum guten Ton einer heutigen Gilde gehört. Während eine Homepage nicht zwingend notwendig ist, wenn sie auch sicherlich nicht ihre Wirkung verfehlen würde.

    Präsentation der Gilde
    Nachdem ihr nun ein Konzept habt, und mittlerweile hoffentlich auch ein Forum, steht der eigentlichen Gilde nicht mehr viel im Weg. Ihr könntet nun hergehen und einfach wahllos Postings in diversen Communityforen eröffnen. Bevor wir das aber tun sollten wir uns überlegen, ob wir diesen Moment nicht viel mehr für uns nutzen können. Wir erinnern uns – Der erste Eindruck!

    Zwei Dinge wollen wir mit unserer „Werbung“ erreichen – Einen positiven Eindruck erwecken und in Folge dessen Mitglieder für uns gewinnen, zumindest aber Interessenten. Das bedeutet wir müssen unsere Gilde nach außen hin darstellen, und vor allem unsere markanten und positiven Merkmale präsentieren.

    Bevor wir also einfach irgendwelche Postings starten, überlegen wir uns was das Wichtigste an unserer Gilde ist, worauf wir möglicherweise stolz sind, was uns von anderen abhebt, und auch was unsere Gilde ausmacht.
    Diese Dinge tragen wir zusammen und schreiben sie auf. Dabei muss man sich überlegen ob man wirklich alles kopiert, oder ob nicht manchmal auch nur ein Link reicht, denn hier gilt klar – weniger ist oft wesentlich mehr. Kurz, prägnant und zielgerichtet sind die Worte der Stunde. Ihr wollt nicht, dass der Interessent sich durch Seitenlange Texte wühlen muss, die sowieso auf eurer Homepage stehen, und an deren Ende er vergessen hat was oben stand. Ganz davon zu schweigen, dass die Meisten sowieso entweder nicht alles lesen werden, oder gar entmutigt aufgeben.

    Arbeitet vor allem mit Schlagwörtern und schnell zu erfassenden Übersichten. Versteckt wesentliche Details nicht im Text, so z.B. den Link zu eurer Homepage, oder dem Forum, so dass der Interessent erst suchen muss. Arbeitet die wesentlichen Details aus, und präsentiert sie direkt und vor allem kurz. Interessant für andere sind unter anderem eurer Name, eure Ausrichtung (RP, PvP, usw.), eventuell der Servername, Anzahl der Mitglieder, eventuell Anwärter, Links zu HP und Forum, und ob ihr noch Leute sucht.

    Alles weitere, wie z.B. eure Organisation, Hintergründe, Geschichten, usw., können Auszugsweise erfasst werden, aber nie als komplette Texte. Denn eines sollte man auch immer bedenken, ihr wollt die Leute ja auch dazu animieren eure Homepage oder das Forum zu besuchen.

    Erste Mitglieder
    Bevor ihr nun den Werbetext postet solltet ihr euch als Abschluss eurer Planungen überlegen wie genau ihr Mitglieder aufnehmen wollt. Können Interessierte eine formlose Bewerbung schreiben und so posten wie sie glauben, dass es richtig sei, oder gebt ihr einen Fragenkatalog vor? Dabei solltet ihr klar machen was ihr wollt und seid auch ruhig direkt. Der Bewerber bewirbt sich zu euren Konditionen und nicht zu seinen. Hier dürft ihr selbstbewusst sein und solltet eure Linie beibehalten.

    Bewerbungssysteme gibt es wie Sand am Meer, welches am Ende das Richtige für euch ist, kristallisiert sich manchmal auch erst im Laufe eines Gildenlebens heraus. Manche Prozesse, und nicht nur diese, müssen von Zeit zu Zeit justiert und nachgesteuert werden. Das System hängt natürlich auch wieder von euren Zielen ab, denn ihr solltet hier direkt herausfinden ob der Bewerber damit zumindest grundlegend einher geht, so wäre ein PvP-Hasser nichts für eine PvP-Gilde. Es hängt aber auch von eurer Ausrichtung ab. Rollenspielgilden wollen möglicherweise eine RP-basierte Bewerbung mit Charaktergeschichte, während es anderen reicht generelle Dinge zu erfahren.

    Ihr solltet das Bewerberverfahren zumindest als erste Bewertungsmöglichkeit sehen, und manchmal lässt sich hier schon erkennen ob jemand zu euch passt. Der schlimmste Fehler den man machen kann, ist, Mitglieder aufzunehmen nur damit man welche hat, auch wenn sie deutlich nicht zu euch und euren Vorstellungen passen. Ihr werdet dieses Defizit nur sehr schwer ausbügeln können, und aus einem solch bunten Haufen eine Einheit zu machen gestaltet sich mehr als schwer. Damit das passiert müssen sich die Interessen der Mitglieder vor allem in den wichtigen Bereichen decken, ansonsten sind Konflikte vorprogrammiert.

    Nachdem sich ein Bewerber bei euch beworben hat, solltet ihr im Zuge eurer Organisation überlegen wie ihr mit Bewerbungen umgeht. Zunächst einmal ist wichtig das ihr jemanden bestimmt der für Bewerbungen zuständig ist, meist jemanden aus der Gildenleitung. Natürlich könnte das jeder machen, aber es ist immer besser wenn es klare und direkte Ansprechpartner bei Fragen und Problemen gibt, außerdem lassen sich so Konflikte in den Zuständigkeiten vermeiden. In vielen Gilden wird diese Position als Mentor bezeichnet.

    Danach solltet darüber befinden wer über Mitgliederaufnahmen entscheidet. Entscheidet die gesamte Gilde, nur die Gildenleitung, oder aber für Anwärter jene, und für letztendliche Mitglieder dann diese? Wie lange unter anderem die Anwärterzeit dauert solltet ihr schon im Konzept, unter anderem in den Regeln geklärt haben. Definiert solche Dinge klar, das macht euch die Arbeit leichter und jeder weiß woran er ist. Alles andere führt zu Diskussionen und Desorientierung.

    Eine weitere Überlegung kann es sein, sich darüber Gedanken zu machen, wie man neue Mitglieder, oder Bewerber in die Gilde integriert. Hofft man darauf, dass sie sich selbst einfinden, oder erwartet man das sogar, oder bestimmt man jemanden der dem Aspiranten zur Seite gestellt wird, der ihn bei seinen ersten Schritten unterstützt, und der bei Fragen zur Stelle ist?

    Am Ende ist wichtig das ihr euch über die Kriterien im Klaren seid. Das fängt bei denen zur Bewerbung an, und hört bei der letztendlichen Mitgliedschaft auf. Was erwartet ihr zu welchem Zeitpunkt von einem Anwärter, und was muss er erfüllen um aufgenommen zu werden? Auch hier solltet ihr klare Regeln schaffen, das macht es euch einfach zu entscheiden, und ihr könnt so jedem klar machen was ihr erwartet. Hütet euch vor Ausnahmen. Ausnahmen bestimmen die Regeln, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie eher selten sein sollten. Ihr habt nicht ohne Grund klare Vorstellungen und diese solltet ihr auch vertreten und einhalten, auch im Sinne eurer anderen Mitglieder.

    Gildenorganisation
    Ein sehr, sehr wichtiger Punkt während der Entstehung und im Leben einer Gilde ist die Organisation dieser. Macht nicht den Fehler und geht davon aus, dass sich eine Gilde selbst verwaltet und dass das Schiff schon den richtigen Hafen ansteuert. Das mag in einzelnen Fällen funktionieren, aber in aller Regel führt solches Verhalten früher oder später zu Schiffbruch. Verwechselt hier auch nicht demokratische Gilden mit führungslosen Gilden. Das eine ist eine liberale Form, das andere im Grunde eine anarchistische.

    Hier sind wir auch bei einem der mir wichtigsten Punkte überhaupt: Was macht einen Gildenleiter aus, oder wer sollte überhaupt eine Gilde gründen? Nicht jeder ist zum Gildenleiter geeignet, auch wenn er es glaubt, und ich hier nicht der bin der das beurteilt. Trotzdem erlebe ich es sehr häufig, dass Gilden vor allem deswegen gegründet werden, weil jemand auch mal Gildenleiter, also quasi der Chef sein wollte. Das ist mitunter die schlechteste Voraussetzung um eine Gilde zu gründen und geht zu 99% schief.

    Leider wirkt das Leben einer Gilde von außen betrachtet oftmals sehr einfach und was kann ein Gildenleiter schon für Aufgaben und Arbeit haben? Hier liegt aber ein ganz großer Irrglaube begraben, denn eine Gilde bringt auch in ihrer liberalsten Forum Arbeit und Aufgaben mit sich. Das fängt bei aktuellen Neuigkeiten an und geht bis zu Mitgliederaufnahmen und Mitgliederorganisation. Das aber ist nur die notwendigste Form einer Gildenleitung, und natürlich legitim, so gewollt.

    Beachten sollte man aber immer das der Gildenleiter am Ende viel mehr als das ist, er ist so etwas wieder Herbergsvater der Kompanie, zuständig für den richtigen Ablauf und im Resultat auch für die Moral der Truppe. Hier haben wir auch einen ganz wichtigen Aspekt – Ihr, also die Gildenleiter, sind für die Stimmung in der Gilde verantwortlich. Erwartet nicht, dass sich Mitglieder selbst organisieren, oder aber, dass diese den ersten Schritt gehen. Natürlich gibt es so etwas, und pauschal betrachten kann man hier schon gar nichts, aber das gemeine Mitglied ist genügsam und wartet darauf das etwas passiert.

    Aber Vorsicht: Gilden und Gildenleben bedeutet nicht eine Kreuzfahrt zu machen bei der alles All-Inklusiv ist, und wo der Gildenleiter den Animateur stellt. Das hat mir mal jemand mit auf den Weg gegeben und es ist etwas Wahres dran. Es bringt nichts wenn ihr euch aufopfert und die Gemeinschaft hofft darauf, dass sie alles mit dem Silbertablett präsentiert bekommt. Daher solltet ihr klar zwischen allgemeinen und notwendigen Dingen unterscheiden und Mitglieder auch fordern.

    Notwendige Dinge, oder gar mittlerweile standardisierte Dinge, sind vor allem regelmäßige Gildentreffen und eventuell noch Gildenabende. Gildentreffen sind ein offizieller Rahmen, der euch die Möglichkeit bietet einer größeren Masse von Mitgliedern diverse Dinge, so z.B. Neuigkeiten und Entscheidungen, näher zu bringen. Diese Treffen sollten regelmäßig stattfinden, da sie im Endeffekt auch das Gemeinschaftsgefühl und die Gilde als Ganze stärken.

    Gleiches gilt für Gildenabende. Die Gestaltung dieser Gildenabende ist frei wählbar und im Grunde sind auch Gildentreffen eben solche. Bei den Gildenabenden geht es darum, dass die Gilde als Ganzes etwas unternimmt, wie auch immer dieses aussehen mag. Ihr werdet es nicht verhindern können, dass sich in eurer Gilde Gruppen bilden, sei es durch Onlinezeiten, oder auch durch bloße Levelgeschwindigkeit. Daher müsst ihr Wege finden, wie ihr trotzdem das Gefühl der Gemeinschaft erhaltet, und somit verhindert, dass die Moral sinkt und sich am Ende diese Gruppen ganz absondern.

    Ein weiterer wichtiger Punkt in der Leitung einer Gilde ist der Führungsstil. Gerade bei größeren Gilden könnt ihr nie und immer jedermanns Freund sind, und es wäre damit auch niemandem geholfen. Wenn ihr immer nur allen den Kopf tätschelt, auch wenn dieser jemand eklatant aus der Reihe getanzt ist, werdet ihr bald viel größere Probleme haben. Leitet eure Gilde ruhig liberal und demokratisch, macht aber auch klar wer der Boss ist, und haltet euch die Option offen im Notfall Entscheidungen auch übergeordnet zu fällen.

    Nicht jede Wahl oder Entscheidung werdet ihr durch die gesamte Gilde bestimmen lassen können. Selbst wenn ihr es versucht, wird es immer wieder Themen geben die keinen Konsens finden, und bei denen irgendwann eine Entscheidung getroffen werden muss, da sonst nur die gesamte Gilde Stillstand erfährt. Manchmal gibt es aber auch Entscheidungen die direkt und unmittelbar gefällt werden müssen. Hier solltet ihr genug Selbstbewusstsein haben diese auch entsprechend in der Gilde umzusetzen, und das funktioniert eben nicht wenn ihr Flower-Power ausruft.

    Im Gegenzug wäre es falsch jede Entscheidung übergeordnet zu fällen. Mitglieder wollen sehr wohl an der Gilde mitwirken und Entscheidungen fällen, wenn auch sie nicht immer gleich den ersten Schritt machen. Bezieht diese Mitglieder ein, denn euch sollte auch bewusst sein, dass eine Gilde nur von Mitgliedern lebt und wenn ihr den Rückhalt verloren habt, dann könnt ihr auch nicht mehr viel erwarten.

    Macht euch auch Gedanken drüber wie ihr die Gilde generell organisieren wollt. Ihr könnt nicht alles selbst machen, außerdem solltet ihr wie erwähnt interessierte Mitglieder einbeziehen. Lernt Aufgaben und Kompetenzen zu delegieren und eure Macht zu teilen. Dazu gehört auch so etwas wie einen Gildenrat zu formen, eine übergeordnete Instanz die Entscheidungen fällt, und die Gilde organisiert. Wie ihr diesen Rat aufbaut ist euch überlassen, in aller Regel sind es aber 1+4, also ihr plus 4 weitere Gildenleiter, somit insgesamt 5 Leute. Teilt diesen Leuten Aufgabenbereiche zu, z.b. Mitgliederverwaltung, Neuigkeiten, Events, und vieles mehr.

    Wie ihr eure Gilde am Ende wirklich organisiert bleibt euch überlassen, und es kommt dabei auch stark darauf an wie eure Gilde ausgerichtet ist. Vergesst nur nie auf die Stimmen eurer Mitglieder zu hören, nur weil ihr Angst habt zu viel eurer „Macht“ preis zu geben. Damit fahrt ihr geradewegs gegen eine Wand, denn auf ewig macht das keiner mit, und was habt ihr von einer Gilde ohne Rückhalt und Mitglieder? Im Gegenzug lasst nicht alles durchgehen nur weil ihr Angst habt ihr könntet Mitglieder verlieren. Probleme auszusitzen hat noch niemandem geholfen.

    Abschluss
    Damit kommen wir auch zum Ende dieser kleinen Einführung ins Gildenleben. Beachtet bitte das dies kein allumfassendes Werk ist mit dem ihr garantiert zum Ziel kommt. Es ist vielmehr eine helfende Unterstützung, am Ende kommt auch ganz viel auf die Komponente Mensch an.
    Ich hoffe, dass euch dieser Leitfaden geholfen hat, und wünsche euch bei euren zukünftigen Gilden viel Spaß und Erfolg. Geht es ruhig an und dann wird auch alles klappen.
    kikon und Thee gefällt dies.
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